RALLYE ZUM POLARKREIS

 

Im November 2014 fanden wir in den Informationen des CCRR den Hinweis auf eine Rallye von Nordfrankreich zum Polarkreis uns zurück, Titel "Raid Cercle Polaire Arctique 2015". Veransalter: der französische Citroën-Club "Tractions Sans Frontieres" (Fahren über Grenzen). Mit unserem 2 CV von 1987 fahren wir gern über Grenzen. Nach kurzem Schriftwechsel hatten wir die Bestätigung zur Teilnahme an der Raid. Starttermin am 28.06.2015 in Lille (Nordfrankreich), am 28.07. sollten wir dort wieder zurück sein.

 

Der Veranstalter hatte die Tour gut vorbereitet, die Route war im Detail geplant, alle Hotels mit Halbpension und ausreichenden Parkplätzen sowie die Fähre Dänemark-Norwegen waren reserviert. Am Tag vor dem Start trafen sich in Lille alle Fahrzeuge und Besatzungen, 14 Citroën Traction Avant, 3 Citroën 2 CV, 4 andere Fabrikate und ein feuerrotes Werkstattauto.

Der fulminante Start erfolgte mit Musik und Ansprachen im Rahmen der traditionellen jährlichen Autoschau im nahegelegenen Roubaix. Endlich waren wir unterwegs. Tourverlauf: Belgien, Holland, Deutschland, Dänemark. Mit der Fähre (3,5 Std.) übersetzen nach Norwegen. Ab jetzt wurde es interessant und anspruchsvoll für Fahrzeug, Fahrer und Navigator.
    
Norwegen ist eine großartige Gebirgslandschaft, bewaldete Täler, Schnee auf den Bergen, zweispurige Straßen, bergauf/bergab, Kurven reihen sich aneinander, immer wieder sieht man Wasserfälle, es geht durch Tunnel (der längste war 24,5 km lang) und mit Fähren über Fjorde. Am 11. Tag lag der Schnee neben der Strasse zwei Meter hoch.

Düssel Ducks www.duesselducks.de RALLYE ZUM POLARKREIS 2015
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Bei dieser Raid ging es nicht um irgendwelche Siege, es ging um ein freundschaftliches Miteinander und gemeinsames Erleben der herrlichen Landschaften in Skandinavien. Kein Zwang für Abfahrt und Ankunftszeiten. Jedes Team fährt so wie es ihm gefällt, manchmal fahren mehrere Teams in lockerem Verbund. Als letztes Fahrzeug startete jeden Morgen das feuerrote Werkstattauto. Da diese Tour kein Straßenrennen war, hatte der Veranstalter Schiffsausflüge auf Fjorden, Stadtbesichtigungen mit Bus und Museumsbesuche eingeplant. Mehrmals gab es Treffen mit nationalen Citroën-Clubs.
    
Höhepunkte vor Erreichen des Polarkreises waren die Fahrt bis unmittelbar vor einen Gletscher und eine nächtliche Ausfahrt aller Raid-Fahrzeuge auf den 1.482 Meter hohen Dalsnibba (wohlgemerkt: 1.482 Meter in Meeresnähe), um zu erleben, dass die Sonne hier nicht untergeht. Die interessanteste und anspruchsvollste Fahrstrecke war der Trollsteig auf der Fahrt von Geiranger nach Christiansund. Vor dem Trollsteig kommt man auf einem hohen Bergrücken an und muss über viele Kurven und insgesamt 11 Haarnadelkehren bei 9 % Gefälle in das weite Gletschertal abfahren. Die Anforderung an das Durchhaltevermögen der Oldtimer und an die Geschicklichkeit der Fahrer war hoch, aber alle Fahrzeuge kamen zum Tagesziel.

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Ziel der Rallye war der Nördliche Polarkreis in Nordnorwegen. Er durchschneidet Norwegen und Schweden im Hochgebirge mit schneebedeckten Bergen und spärlicher Vegetation. Der markierte Polarkreis an der nur zweispurigen Fernstraße ist ganz und gar unspektakulär. Ein großer Parkplatz mit einem Hinweisschild, ein Markierungsstein und der unabdingbare Souvenir-Pavillon. Bis hierher sind wir von Düsseldorf über Frankreich (Lille) 3.900 km gefahren. Wie könnte es anders sein, als dass Franzosen so eine Zielerreichung mit Champagner feiern, aber zuerst erhielt jedes Teilnehmer-Fahrzeug eine "Polarkreis-Taufe" mit ein paar Champagner-Spritzern, dann allgemeines "Santé".

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Ziel erreicht - aber die Fahrt ist noch nicht zu Ende. Vom Polarkreis aus wechselte die Rallye über das schneebedeckte Gebirge nach Lappland in Schweden und auf komfortablen und übersichtlichen Straßen ging es ohne Schwierigkeiten zu einem Stop in Stockholm. Weiter auf guten Straßen und mit Fähre nach Kopenhagen. Später die Brücke über den Großen Belt (längste Brücke Europas) und dann überwiegend auf Autobahnen zurück bis nach Lille. - Das war eine interessante Oldtimer-Rallye, alle Autos haben die Härteprüfung überstanden.



Enno und Erika Senger von Düssel Ducks, Düsseldorf.

2015